Das globale Monopoly

Als der arbeitslose Heizungsbauer Charles Darrow nach der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren das Spiel Monopoly erfand, wusste er noch nicht, wie sehr man dieses auch auf die Realität beziehen könnte. Monopoly konnte die Wirkung von Glück und Wohlstand vermitteln, wenn auch nur für eine kurze Spieldauer. Immer neue Varianten wurden entwickelt, erst kamen in der englischen Version einige U-Bahn Stationen hinzu, später wurde es auf Städte Versionen und vieles mehr ausgeweitet. Mittlerweile gibt es das Spiel in ca. 26 Sprachen und 43 Ländern. Die Beliebtheit von Monopoly scheint ungebrochen. 

So möchte jeder viele Grundstücke besitzen, Häuser und Hotels bauen, ein Wasser- oder Elektritätswerk besitzen. Von den Bahnhöfen ganz zu schweigen. Besonders freut man sich, wenn man über “Los” kommt oder auf “frei Parken” das eingezahlte “Steuergeld” der anderen erhält. 

Unerfreuliche Dinge wie Miete und Straßenausbesserungen zu zahlen oder in Gefängnis zu gehen, sind dem wirklichen Leben nach empfunden. Steht man einmal am Rande des Verlustes ist es nicht mehr so einfach wieder zu den Gewinnern zu zählen. Das Paker Spiel erfordert schon wirklich starke Nerven. 

Wie das wirkliche Leben. Angefangen hatte es damit, dass sich nach einer langen Preissteigerungsphase und daraus resultierenden stagnierenden und dann fallenden Immobilienpreise eine Immobilienblase entwickelt hatte. Natürlich konnten im gleichen Zeitraum eine immer weiter wachsende Zahl von Kreditnehmern ihre Kreditraten für ihre Immobilien nicht mehr bedienen, teils wegen steigender Zinsen, teils wegen fehlender Einkommen.

Zunächst waren von diesen Problemen im US-Immobilienbereich in erster Linie Subprime-Kredite betroffen, die überwiegend an Kreditnehmer mit geringer Bonität vergeben wurden, daher auch der Name Subprime Krise.  Leider blieb es nicht dabei. Immer mehr Banken hatten sich verspekuliert. Natürlich kommt es nicht oft im Spiel Monopoly vor, dass die Bank zahlungsunfähig ist, aber es kommt vor. Nur die Bank des Spiel untersteht keiner Notenbank, somit ist es ihr kaum möglich die Notenpresse anzuschmeißen oder die Zinsen zu senken. Natürlich kann man noch einige Banknoten basteln und diese später wieder austauschen. Dafür muss der Bankhalter einfach nur “Geld drucken” ausrufen.

Im realen Leben jedoch kündigte die Lehman Brothers Insolvenz an, wogegen sich Merrill Lynch zum Verkauf an die Bank of Amerika anbot. Voher erhielt Lehman Brothers auf Grund eines Bank Irrtums zu ihren Gunsten 350 Millionen Euro von der KfW Bankengruppe aus “good old” Germany. Vielleicht hatte man dort noch die Gefängnis-Karte im Ärmel?

Von nun an polterten die Steinchen, welches man eher mit Domino als mit Monopoly vergleichen könnte.

Zumindest besitzt beim Monopoly eine Person die meisten Banknoten und den größten Reichtum, während dessen mindestens ein Spieler ums Überleben kämpfen muss. Ums Überleben mussten nun auch die Versicherungen und Bauträger ab Mitte 2008 kämpfen. Die Bankenkrise erreichte Europa und weitete sich weiter aus. Immer mehr Länder meldeten Konjunkturprobleme. Die Krise war in der Realwirtschaft angekommen. Island und Pakistan standen kurz vor einem Staatsbankrott.

Vielleicht hatte man in einem Hotel auf der Schloßallee “Halt” gemacht. 

Die Würfel fielen ungünstig.

Die Zeiten der 7%igen Dividenden auf Vorzugsaktien schienen vorbei. Die globalen Aktienmärkte fielen nach und nach ins Bodenlose. Die Gemeinschaftsfelder auf dem globalen Spielbrett sind spärlich gesät, dennoch trafen sich die G20 Staaten in Washington um gemeinsam die Folgen, die drohende Rezession, zu bekämpfen. Verhindern konnte man sie nicht mehr, da könnte man so oft über Los ziehen, wie man wollte. Das Geld würde nicht ausreichen. Im September 2008 ging der Internationale Währungsfonds von Verlusten für das Finanzsystem von insgesamt schätzungsweise 1,3 Billionen US-Dollar aus. Rettungspakete, Konjunkturprogramme und Zinssenkungen halfen bislang nicht.

Vielleicht helfen Steuersenkungen.

Großbritanien hat, wie damals der Brite Victor Watson mit der Einführung der U-Bahnstationen im Monopoly Spiel, die Wirtschaft auf eine positive Richtung bringen wollen. 

Wir wollen hoffen, dass die Umsetzung genauso erfolgreich wie das 1934 erfundene Parker Spiel wird. 

Doch wer ist der Spieler mit dem meisten Geld?

Und wer ist der Spieler der ausscheidet?

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