Bretton Woods II ?

Am 22.Juli 1944 wurde auf einer Konferenz in New Hampshire, USA ein stabiles Währungssytem beschlossen. Das Bretton-Woods-System. Dieses Währungssystem sollte reibungslose und von Handelsbarrieren befreite Abwicklung des Welthandels bei festen Wechselkursen garantieren, in dem der mit Gold hinterlegten US-Dollar als Leitwährung bestimmt war. Der Wert des US-Dollar war gegenüber dem Gold auf 35 $ je Unze festgelegt. Somit bestand die Verpflichtung der US-Zentralbank Dollar in Gold einlösen zu müssen.

Die anderen Mitglieder des Systems vereinbarten starre Wechselkurse gegenüber dem Dollar. Dieses asymetrische System funktionierte jedoch nur soweit Ungleichgewicht herrschte. Erziehlte die USA Außenhandelsüberschüsse und bestand eine internationale Knappheit des US-Dollar funktionierte dieses System fehlerlos. Sobald man jedoch die Geldmenge erhöhte kippte das Gleichgewicht und an eine Golddeckung war nicht mehr zu denken, da sich ebenfalls das Risiko der Inflation erhöhte. 1971 wurde dieses System von Präsident Nixon abgeschafft und 1973 brach es dann letztendlich zusammen. Die einzigen Überbleibsel sind die Weltbank und der Internationale Währungsfond (IWF).

Mittlerweile haben auch einige Industriestaaten bei der Weltbank um Kredite gebeten. Banken brechen zusammen, die Automobilbranche erlebt die schlimmste Krise seit 17 Jahren, eine Kreditkartenkrise steht bevor und nun drohen viele Staatspleiten.

Am 15. Novenmber 2008 wird in Washington ein Weltfinanzgipfel stattfinden, an dem die Staats- und Regierungschefs der G-20 Länder teilnehmen. Die G-20 Länder teilen sich in die größten Industriestaaten und die wichtigsten Schwellenländer auf.  Die Erwartungen sind groß, denn schon jetzt übersteigen die Milliardensummen, die zur Bekämpfung der Finanzkrise bereitgestellt wurden, bei weitem das Geld, das für internationale Hilfsmaßnahmen überhaupt zur Verfügung steht. Das Wochenende in Washington dürfte sicherlich kein Kaffeekränzchen werden, denn Lösungen für das Dilemma müssen dringend gefunden und ausgehandelt werden. Schon werden die Rufe nach einem neuen Bretton-Woods-System laut. 

Bretton-Woods II ? 

Viele Ökonomen halten dies für ein fragwürdiges Experiment. In Washington hat man jedoch schon Erfahrung mit Abkommen, Erklärungen und Verträgen aller Art. Man darf also gespannt sein. Am nächsten Montag wissen wir also mehr.

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