Das große Risiko

Immer wieder werden in den Medien Krisen herauf beschworen. Erst die Subprime Krise, dann die Finanzkrise, die Bankenkrise, die Kreditkrise, die Absatzkrise, die Automobilkrise, Währungskrise…….

Überall nur noch Krisen…..

Die Krise (alt- und gelehrtes Griechisch κρίσις, krísis – heute κρήση, krísi – ursprünglich „die Meinung“, „Beurteilung“, „Entscheidung“, später mehr im Sinne von „die Zuspitzung“) bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.

Und an welchem Wendpunkt stehen wir? Welche Entscheidung sollen wir fällen?

“Die bisherige Strategie, die jeweiligen Brandherde auf dem Globus in einem Übermaß an Löschwasser zu ersticken, um so die eingefrorenen Kreditforderungen von Banken und Anlegern wieder aufzutauen, ist am Ende. Es hat niemand mehr Geld: weder der Internationale Währungsfonds (IWF) noch die ihn finanzierenden führenden Industriestaaten. Sie alle stehen unter dem Druck geleerter Kassen und bilden eine Feuerwehr, der das Löschwasser ausgegangen ist.”  schreibt Profesor Wilhelm Hankel in der Zeit

Dem Internationalen Weltwährungsfonds geht das Geld aus, das weiß nun jeder. Und die Liste der zu rettenden Länder ist lang und wird weiterhin immer länger werden. Darunter zählen auf Kontinente aufgeteilt Osteuropa, Lateinamerika, Afrika und Asien. Jedoch haben die westlichen Geberländer schon genug eigene Probleme. Was wird dem IWF anderes übrigbleiben, als selber Geld zu produzieren?

“Der Fond hat sich bereits verpflichtet, ein Viertel seines Budgets von ca. $200 Milliarden zu vergeben, an Länder wie Island ($2 Milliarden) und Ukraine ($16.5 Milliarden) und es finden Verhandlungen mit Pakistan ($14.5 Milliarden) und Ungarn statt, so wie mit Weissrussland und Serbien. ” (Telegraph)

Das Beispiel Island zeigt die Gefahren einer großen Abhängigkeit von Finanzierung aus dem Ausland, auch Ungarn reiht sich die Liga der zu unterstützenden Staaten ein. Der IWF hat mit der ungarischen Regierung ein Darlehen über 15,7 Milliarden Dollar vereinbart und die EU wird weitere acht Milliarden Dollar bereitstellen, die Weltbank 1,3 Milliarden Dollar. Ungarn leidet unter hohen Schulden, seinem Haushaltsdefizit sowie einer teilweise überbewerteten Währung. Angesichts eines deutlichen Wertverlusts des Forints hatte die ungarische Zentralbank in der vergangenen Woche den Leitzins um drei Punkte auf 11,5 Prozent erhöht. (Reuters)

Wie weit wird sich dieses Trauerspiel noch fortbewegen? Der IWF könnte nun seine Macht nutzen und selber Geld zu produzieren, in dem dieser “AAA” bewertete Obligationen herausgeben könnte. Eine Option, die noch nie ausgeübt wurde, da die bisherigen Mitgliedsländer bislang fleißig Einlagen tätigten. Nun hat sich das Blatt gewendet und die Mitgliedsländer haben selbst nicht mehr genügend finanzielle Mittel um dem nachzukommen. Bleibt also nur noch die Anwendung des Sonderziehungsrechtes ?

Der IWF genauso wie die Weltbank blieben nach dem Zusamenbruch des Bretton-Woods-System bestehen. Brechen nun auch diese Institutionen zusammen? Deflation oder Inflation? Befinden wir uns in einem historischen Zyklus?

Wäre es nicht sinnvoller die Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems voranzutreiben, indem zunächst sämtliche Schulden zwischen Banken, Unternehmen und Staaten ersatz- und entschädigungslos gestrichen werden? Scheint es sich doch auch hier um ein virtuelles Problem zu handeln. Zahlen im Computer.

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