Die Schweiz ist auch dabei

Wer bis gestern noch an das intakte Schweizer Bankensystem gglaubt hat, wurde jetzt eines besseren belehrt.

 Auch in der Schweiz gibt es nun einen Rettungsplan für das Finanzsystem. Regierung und Nationalbank greifen der angeschlagenen Bank UBS unter die Arme – und nehmen ihr “Problemengagements” ab.

“Gemäss Absatz 3 von Artikel 184 (Beziehungen zum Ausland) kann der Bundesrat Verordnungen und Verfügungen erlassen, „wenn die Wahrung der Interessen des Landes es erfordert“. Verordnungen sind zu befristen. Laut Absatz 3 von Artikel 185 (Äussere und innere Sicherheit) kann der Bundesrat Verordnungen und Verfügungen erlassen, „um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen“. Auch hier müssen die Verordnungen befristet sein.” Tagesschau.sf.tv

Die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte hat der dringlichen Freigabe des Kredits von 6 Milliarden Franken zugestimmt. Der Kredit wird zur nachträglichen Genehmigung auch noch dem Parlament unterbreitet. Eine dementsprechende Referendumsmöglichkeit besteht nicht.

Handelt es sich hier um einen nationalen Notstand?

Fakt ist: Der Konzern weist im dritten Quartal 2008 einen den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 296 Mio. CHF aus. Im Konzernergebnis des dritten Quartals ist eine Steuergutschrift von 912 Mio. CHF enthalten. Das Investmentbanking wies ein negatives Ergebnis von 2,7 Milliarden Franken (vor Steuern) auf nach einem Verlust von 5,2 Milliarden Franken im zweiten Quartal. (so die Voranküdigung vom 02.10.08)

Wobei sich die Lage für das Schweizer Institut nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers stabilisiert hatte,denn seit dem 15. September (Beantragung des Gläubigerschutz)  legten die UBS-Papiere sogar um 3,3 Prozent zu. Nach Abschreibungen und Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe wurde fast das komplette Managementteam ausgetauscht, Stellen sollten abgebaut werden, und Marktbeobachter gehen sogar davon aus, dass eine Abspaltung verschiedener Bereiche stattfinden wird und diese verkauft werden. Zumal in der Bilanz sich weitere Risiken versteckt hielten: Der Bestand von, an der Suprimekrise betroffenen, US-Wertpapieren bezifferte sich Ende des zweiten Quartals auf 44,2 Mrd. $. 

“Mithilfe des Staates befreit sich die UBS nun von diesen Altlasten. Problempapiere mit einem Volumen von 60 Mrd. Franken werden in eine Zweckgesellschaft ausgelagert, die der Schweizer Nationalbank untersteht. Finanziert wird das Vehikel durch 6 Mrd. Franken Eigenkapital, das die UBS mit einer Pflichtwandelanleihe an den Staat aufnimmt, und einem Kredit von 54 Mrd. Franken durch die Notenbank. Besichert wird das Darlehen durch die Verpfändung sämtlicher Aktiva der Zweckgesellschaft. Das Eigenkapital übernimmt die Notenbank zu einem symbolischen Preis von 1 $. Der Kredit wird zum Libor-Satz zuzüglich 250 Basispunkte verzinst und nach acht Jahren fällig. Sobald das Darlehen zurückbezahlt ist, kann die UBS das an die Notenbank entrichtete Eigenkapital zurückkaufen. Der Kaufpreis liegt bei 1 Mrd. $ und einem variablen 50-Prozent-Zuschlag auf den Wertzuwachs der Anteile. “(FinancialTimes)

Und wie sieht es mit Credit Suisse aus?

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